Der zweite Tag der Berlin Fashion Week bot unter anderem großen und kommerziell etablierten Marken eine Plattform. Hugo Boss mit Hugo sowie Rena Lange präsentieren ihre Kollektionen bereits seit Jahren in Berlin.
Seine Fashion-Week-Premiere feierte dagegen das süddeutsche Label Marc Cain und zeigte im „Hotel de Rome“ gleich zwei aktuelle Kollektionen.
Chefdesignerin Karin Veit freute sich nach der Show über das gelungene Berlin-Debüt und die positive Reaktion von Publikum und Presse.
Hugo Boss mit Hugo – Pop-Art, Virtuelles und formale Reduktion
Das Münchner Label Hugo Boss präsentierte die Frühjahrs-Sommer-Kollektion für seine junge Line Hugo nicht im Event-Zelt an der Siegessäule, sondern im Eisstadion an der Müllerstraße. Als Model war auf dem Runway unter anderem Joan Smalls – das Werbe-Testimonial dieser Berlin Fashion Week – zu sehen. Hugo-Boss-Kreativ-Chef Eyan Allen hat für den nächsten Sommer eine sehr minimalistische Fashion-Vision entworfen, die durch ihre formale Reduktion umso glamouröser wirkte. Seine Looks verbanden Pop-Art-Elemente mit Impressionen aus virtuellen Welten. Die Kollektion prägen schmale, sehr präzise Silhouetten, asymmetrische Konturen sowie die farbliche Fokussierung auf Schwarz, Weiß sowie Varianten von Smaragdgrün. Akzente setzten changierende Metallic-Stoffe als Material für Tops oder als Applikation auf Kleidern.
Unkonventionell und intensiv gab sich auch die Hugo-Herrenlinie – zu sehen waren unter anderem Kombinationen aus Shorts und Parka, recht individualistisch interpretierte Anzüge sowie kurze Hemden einem Farbenspektrum von edlem Schwarz bis Türkis und Königsblau.
Rena Lange – Verjüngungskur und 1960er-Jahre-Flair
Das Münchner Label Rena Lange hat sich mit der seiner Frühjahrs-Sommer-Kollektion 2012 eine deutliche Verjüngungskur verordnet. Der neue Kreativ-Chef Karsten Fielitz öffnete die explizite „Gediegenheit“ des Labels in Richtung eines leichteren, jugendlicheren Designs, ohne damit die – im positiven Sinne – recht bourgeoise Rena-Lange-DNA aufzugeben. Seine Looks sind lässig-elegant und ausgesprochen tragbar – atmosphärisch prägt sie das Flair der späten 1960er Jahre, das in A-Silhouetten, kurzen, geraden Kleiderschnitten, Prints und intensiven Farben mitschwingt.
Auf dem Runway präsentierte Fielitz eine ausgesprochen vielseitige Modelinie: Bermuda-Shorts zu leichten Blusen und langen, losen Jacken, schmale Röcke, Etuikleider, Zigarettenhosen, leicht transparente Sommeroutfits, fließende Abendroben. Das Tweed-Kostüm als eines der Label-Markenzeichen gab es diesmal in einer sehr jugendlichen Variante mit Blouson und A-Line-Rock. Was dagegen fehlte, war der Rena-Lange-Bubikragen, der bisher in jeder Kollektion des Hauses zu sehen war.
Marc Cain – „Magical Birds“ und „Techno-Stoffe“
Auf das Marc-Cain-Publikum im „Hotel de Rome“ wartete keine klassische Runway-Show, sondern eine Inszenierung unter dem Motto „Magical Birds“. Kreativ-Chefin Karin Veit präsentierte vor diesem etwas exotischen Hintergrund die Kollektionen Marc Cain Sports und Marc Cain Collections.
Bei beiden Linien geht es – mit etwas unterschiedlicher Gewichtung – um sportive Eleganz, in der sich moderne Materialien und „Techno-Stoffe“ mit natürlichen Motiven verbinden. Dieses Konzept realisierte Karin Veit unter anderem mit opulenten Prints und intensiver Farbigkeit.
Das Publikum im „Hotel de Rome“ – darunter Sonja Kirchberger, Franziska Knuppe und Uwe Ochsenknecht – zeigte sich begeistert.
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