Heute zelebrieren im südfranzösischen Hyères junge und gestandene Designer, Fotografen, Künstler sowie Vertreter von Medien und Modebranche den letzten Tag des diesjährigen „Internationalen Festivals für Mode und Fotografie“. Den Künstler- und Designer-Wettbewerb in der Villa Noailles gibt es seit 1985 – sein Begründer, der französische Filmemacher Jean-Luc Blanc, wollte damit junge Kreative fördern und eine Begegnungsstätte für sie schaffen.
Die Hyères-Preisträger 2012 wurden bereits gestern und am Samstag ausgewählt. Beworben hatten sich im Vorfeld 290 junge Fotografen und Designer. Die zehn erfolgreichen Kandidaten präsentierten ihre Arbeiten zunächst der Jury, in der neben Star-Designer Yohji Yamamoto und dem Pariser Fotografen Paolo Roversi neun weitere Branchen-„Schwergewichte“ aus Werbeagenturen, Boutiquen, Museen und Galerien vertreten waren. Danach erhielten sie die Chance, ihre Bilderserien und Kollektionen auch den Festival-Partnern vorzustellen, unter denen sich in diesem Jahr beispielsweise der Luxusgüter-Konzern LVMH (Dior, Louis Vuitton), die Beauty-Marke L’Oreal, die Kaufhaus-Gruppe Galeries Lafayette sowie die „Vogue“ und andere Medien befanden.
Hauptpreisträgerinnen – ein finnisches Designerinnen-Trio
Elina Laittinen, Siiri Raasaka und Tiia Siren aus Finnland gewannen den Preis der Jury im Wert von 15.000 Euro. Die drei Absolventinnen der „Aalto University of Art and Design“ waren mit ihrer Herren-Kollektion „Rave Cultures“ nach Hyères gereist, welche die Ideen einer „utopischen Gesellschaft“ und eines „urbanen Nomadentums“ verkörpern sollte. Dafür kombinierten sie traditionelle Textiltechniken mit Techno-Silhouetten und handgestickten Svarowsky-Elements-Motiven – auch die Tiroler gehören übrigens zu den Hyères-Sponsoren.
Jury-Mitglied Terry Jones – Gründer des renommierten britischen Fashion-Magazines „i-D“ kommentierte, dass das Designerinnen-Trio aus Helsinki die „Jugend und die Energie“ der kommenden Designer-Generation repräsentiere und prognostizierte ihren Kreationen exzellente Chancen in der Industrie.
Avantgarde-Kollektionen von Steven Tai und Ragne Kikas
Das Pariser Luxus-Label Chloé war in Hyères erstmalig mit einem eigenen Award vertreten, das Preisgeld in Höhe von ebenfalls 15.000 Euro ging an den Kanadier Steven Tai, dessen urban-avantgardistische „Women Collection“ für die sogenannte „Nerd Culture“ stand .
Der „Première Vision Award“ in Höhe von 10.000 Euro ging an die estnische Designerin Ragne Kikas, die in ihrer fast ganz in Schwarz gehaltenen Kollektion unterschiedliche Stricktechniken präsentierte – das Besondere daran: Die Konturen ihrer Looks entstehen erst beim Nähen oder Stricken, also ohne Skizzenblock oder andere Entwürfe.
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