Das Montags-Programm der New York Fashion Week beschloss gestern Abend um 20 Uhr die Runway-Show von Marc Jacobs, der eine designerisch sehr ungewöhnliche und etwas märchenhafte Kollektion präsentierte. Die mystisch-melancholische Kulisse seiner Show stammte aus dem Atelier der New Yorker Künstlerin Rachel Feinstein.
Über die Idee der Kooperation der beiden erzählte der Designer in einem Interview, dass er kurz vor dem Fashion-Week-Termin eine Skulptur der Künstlerin mit dem Titel „Puritan´s Delight“ entdeckt hatte – die zerbrochene, schwarze Karosserie erinnerte ihn an die Grundstimmung seiner aktuellen Kreationen. Feinstein lieferte zunächst den Entwurf eines düsteren Märchenschlosses, Marc Jacobs wollte allerdings Ruinen – in Rachel Feinsteins Worten eine „Marie-Antoinette-Version“ einer Ruine. Danach blieben ihr nur wenige Tage zur Fertigstellung ihrer fast völlig aus Papier bestehenden Skulptur.
Marc Jacobs – verspielt und fantasievoll
Marc Jacobs´ aktuelle Modelinie ist die bisher fantasievollste Kollektion der New York Fashion Week. Mit seinen Kreationen erzählte er nicht zuletzt eine Geschichte über die Magie der Mode. Seine Models erschienen sämtlich mit überdimensionalen Fellhüten auf dem Runway und präsentierten sehr verspielte Outfits außerhalb gängiger Fashion-Konventionen. Die Basis vieler Ensembles waren wadenlange und mit Schnallenschuhen kombinierte Bundfaltenhosen. Kleider, Röcke und Kostüme – als Minis, knieumspielende Entwürfe oder Midis – zeigten fast immer sehr voluminöse Schnitte.
Kombiniert wurden diese Basics mit Oberteilen in einem kreativen Layer-Look – Pelerinen über Mänteln, Kleidern oder Strick, breiten Schals aus rustikaler Wolle, Fellwesten und Blazern mit Details aus Kunstpelz. Marc Jacobs definierte in vielen Entwürfen „Körperbetontheit“ sozusagen neu – fast alle seine Looks sind eher verhüllend und betonen optisch allenfalls Hüften oder Beine. Glamour-Akzente ergaben sich aus edlen Materialien, Stickereien, Glitzerstoffen, Patchwork-Kreationen oder Paisley-Mustern.
Theyskens, Olsen-Twins, Donna Karan – funktionale City-Mode und schlichte Abendkleider
Weitere Highlights – allerdings im Vergleich zu Marc Jacobs´ Kollektion mit einem eher konventionellen Ansatz – kamen von „Theysken´s Theory“, Mary-Kate und Ashley Olsen sowie Donna Karan. Der Belgier Olivier Theyskens präsentierte eine minimalistisch-urbane Kollektion, in der er Streetwear-Elemente mit edler City-Mode kombinierte. Sehr feminin zeigte sich „The Row“ – die Herbst- Winter-Kollektion der Olsen-Twins -mit sehr schmalen, schnörkellosen Silhouetten und Entwürfen für einen lässig-eleganten Abendauftritt. Die Hauptlinie von Donna Karan orientierte sich vorwiegend an maskulinen Stil-Vorlagen, bot aber auch einige feminine, schlicht-glamouröse Abendkleider.
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