Einem großen Publikum in Deutschland wurde das Transgender-Model Andrej Pejic vermutlich erst durch seine Auftritte zur „StyleNite“ von Michael Michalsky zur Berliner Fashion Week bekannt – Michalsky hatte den High-Performer mit dem androgynen Äußeren im Januar 2012 bereits zum zweiten Mal für seine Show gebucht. Michael Michalsky faszinierten an Andrej Pejic dessen ausgewiesene und international anerkannte Model-Qualitäten ebenso wie sein „Anderssein“, das sein eigenes Konzept kultureller und modischer Diversität perfekt reflektierte.
Jetzt wurde bekannt, dass Jean-Paul Gaultier den 20-jährigen Pejic vermutlich als Werbe-Testimonial für sein zweites Herren-Parfüm „Kokorico“ verpflichtet hat. Offiziell wurde das Engagement zwar bisher nicht bestätigt – unwahrscheinlich ist der Deal indessen nicht. Andrej Pejic startete seine internationale Model-Karriere zur Pariser Modewoche im Januar 2011 in der Show von Jean Paul Gaultier. Im letzten Jahr war er für Gaultier mehrfach als Runway-Model tätig und trat auch in Kampagnen des Pariser Labels auf.
Die Kampagnen-Fotos für „Kokorico“ wurden offenbar bereits in der letzten Woche vom britischen Fotokünstler Matthew Stone geschossen. Auf die Inszenierung Pejics vor der Kamera darf man schon wegen dessen enormer Wandlungsfähigkeit gespannt sein.
Transgender und ein janusköpfiges Parfüm
Andrej Pejic ist für die „Kokorico“-Kampagne von Gaultier aus verschiedenen Gründen eine erste Wahl. Der neue Duft der Marke gibt sich durchaus etwas janusköpfig – je nach Perspektive verkörpert der Flakon entweder einen männlichen Körper oder einen Kopf.
Für Jean Paul Gaultier dürfte Andrej Pejics Changieren zwischen den Geschlechterrollen außerdem einige Essentials seines modisch-ästhetischen Konzepts verkörpern.
Pejics Androgynität – einzigartig und absolut authentisch
Weltweit ist der in Bosnien geborene Australier serbisch-kroatischer Herkunft derzeit das einzige Model, das sowohl Damen- als auch Herren-Kollektionen präsentiert. In seinem Alltag wechselt er nach eigenen Angaben beliebig zwischen Frauen- oder Männerkleidung.
Das Besondere daran: Andrej Pejic agiert in seiner weiblichen Performance nicht als „Drag Queen“ – im Sinne eines Mannes, der sich bewusst in einer Frau „verwandelt“ – sondern lebt seine Androgynität in beiden Gender-Rollen absolut natürlich und authentisch. Diese Fähigkeit und seine Professionalität bei Runway-Shows und Foto-Shootings haben ihm im letzten Jahr den Status einer Stil-Ikone eingebracht.
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